Sabina Hohn
Kinderärztin
Jugendmedizin
Asthmatrainer
Kinderpraxis Sabina Hohn - Zimmer-3

Schwabacher Straße 96
90439 Nürnberg
TEL: 0911 / 61 46 99

Sprechzeiten:
Mo-Di, Do-Fr:   08.50 - 13.00 Uhr und
13.50 - 17.00 Uhr
Mi: 08.50 - 13.00 Uhr

Wir sind durchgehend für Sie da.


Tipps zur Sprachentwicklung

Regeln für eine gute Kommunikation zwischen Erwachsenen und Kindern

Einfühlungsvermögen zeigen: Reagieren Sie auf Aussagen oder sonstige Mitteilungen des Kindes und fragen Sie nach. Beispiel: .Ich will nicht in' s Bett" heißt vielleicht: "Ich habe Angst, wieder schlecht zu träumen" oder "Ich will noch ein bisschen mit Dir kuscheln" oder ähnliches.

Regeln und Verbote erklären: Sagen Sie dem Kind nicht einfach, was es tun oder lassen soll, sondern erklären Sie den Hintergrund. Beispiel: "Du bist böse und laut; geh' in dein Zimmer". Besser wäre: "Ich habe Kopfschmerzen, bitte stelle das Radio leiser". Unsinnige Befehle, Drohungen oder Kränkungen sollten vermieden werden.

Erfolgserlebnisse vermitteln: Suchen Sie die Stärken des Kindes und fördern Sie diese, denn Erfolgserlebnisse schaffen Selbstvertrauen.

Selbständigkeit fördern: Lassen Sie das Kind viel selber machen. Aussagen wie "dafür bist du noch zu klein" sollten vermieden werden. Besser eine Hilfestellung geben, jedoch auf keinen Fall das Kind überfordern.

Loben und anerkennen: Übertragen Sie dem Kind kleine Aufgaben und sparen Sie dabei nicht mit Lob; dadurch wächst das Selbstvertrauen.

Zeit nehmen: Zeigen Sie deutlich, dass Sie für das Kind da sind und es genug Zeit hat, etwas zu erzählen. Druck oder unnötige Stressfaktoren sollten vermieden werden.

Aussprechen lassen: Geben Sie dem Kind genug Zeit zum Sprechen und nehmen auch Sie sich selbst Zeit zum Aussprechen.

Sprachliches Vorbild darstellen: Vermeiden Sie unnötige Verniedlichungsformen wie z. B. "Lenachen gib mir das Löffelchen" als auch die "Babysprache" wie z. B. "du kannst dodo im Brumbrum machen".

Weitere Tipps: Melodie und Rhythmus bestimmen die Musik wie auch die Sprache. Lieder und Gedichte haben im Vergleich zur gesprochenen Sprache einen besonders deutlichen Rhythmus. Dadurch fördern sie die Sprachentwicklung von Kindern. Hinzu kommt, dass der Text sehr einprägsam ist und somit den Wortschatz erweitert und das Sprachgefühl verbessert.

Sprachfördernde Möglichkeiten: Singen, Gedichte/Reime, Fingerspiele, Wort und Buchstabenspiele, mundmotorische Übungen (bessere Artikulation durch Stärkung und Verbesserung der Beweglichkeit der Lippen, Wangen und Zunge). Die Sprachentwicklung von Kindern verläuft sehr uneinheitlich. Manche Kinder lernen bereits mit zehn Monaten, ganze Wörter zu sprechen. Andere Kinder beginnen erst mit zwei Jahren. Manche Kinder sprechen anfangs nur einzelne Wörter, andere schon ganze Sätze.
Ihr Kind hat zwar die angeborene Fähigkeit, seine Muttersprache zu erwerben. Aber das setzt auch voraus, dass Sie mit Ihrem Kind sprechen. Je mehr Hilfe Sie Ihrem Kind dabei geben, desto leichter wird ihm der Spracherwerb fallen. Sprache zu lernen ist nämlich eine der schwierigsten Aufgaben für kleine Kinder. Nachahmen alleine reicht bei weitem nicht aus, um eine Muttersprache zu erwerben. Spracherwerb bedeutet vor allem, dass das Kind die grammatischen Regeln lernen muss, auf denen unsere Sprache aufbaut. Doch wie kann das Kind wissen, was ein Wort ist oder wo Anfang und Ende eines Satzes sind? Es lernt diese Dinge durch die Art und Weise, wie Sie mit ihm sprechen. Ihre Betonung, Ihre Sprechmelodie und die Pausen, die Sie setzen, sind jetzt die wichtigsten Hilfen.

Lassen Sie Ihrem Stimmklang freien Lauf: Kinder lieben einen abwechslungsreichen und übertriebenen Tonfall. Sprache dient keinem Selbstzweck. Wir brauchen Sie für die Kommunikation mit anderen Menschen. Ihr Kind lernt Sprache, um mit Ihnen in Kontakt treten zu können. Machen Sie den ersten Schritt: Treten Sie in Kontakt mit Ihrem Kind! Versuchen Sie immer wieder Situationen herzustellen, in denen Sie sich ganz auf Ihr Kind einlassen können. Es reichen dabei schon wenige Minuten; zum Beispiel, während Sie das Kind wickeln. Versuchen Sie, auch die Aufmerksamkeit Ihres Kindes zu bekommen.

Treten Sie in Kontakt mit Ihrem Kind:
Schauen Sie es an und berühren Sie es, wenn Sie mit ihm reden. Versuchen Sie, seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Ihr Kind kommuniziert mit Ihnen nur, wenn es will. Das setzt voraus, dass es das Gespräch mit Ihnen als etwas Angenehmes erlebt. Ihre Kommunikation sollte deshalb liebevoll und/oder lustig sein.

Vermitteln Sie positive Erlebnisse: Positive Erlebnisse lassen sich sehr gut durch kleine Sprachspiele vermitteln. Dabei wird das Sprechen mit einem Spiel verbunden. Zum Beispiel können Ihre Finger auf dem Körper des Kindes hüpfen ("zehn kleine Fingerlein hüpfen auf und nieder"), sich verstecken ("zehn kleine Fingerlein gehen ins Versteck, zehn kleine Fingerlein sind auf einmal weg") und plötzlich wieder auftauchen ("hoppla, da sind sie wieder").

Spielen Sie kleine Sprachspiele: Reime, Verse und rhythmische Lieder eignen sich besonders gut. Wiederholen Sie diese Sprachspiele so oft Sie und Ihr Kind es mögen. Manche Kinder reagieren selbst auf die schönsten Sprachspiele nicht. Ihre Eltern hören dann oft auf, mit dem Kind zu sprechen. Das ist völlig verständlich, weil wir Erwachsenen gelernt haben, dass zur Kommunikation zwei Menschen gehören. Mit Erwachsenen führen wir deshalb auch keine einseitigen Monologe. Doch mit Ihrem Kind sollten Sie es tun!

Spielen Sie mit Ihrem Kind auch dann Sprachspiele, wenn es nicht darauf reagiert: Sie können allerdings versuchen, das Kind zur Sprache zu verführen. Wenn Sie beobachten, womit sich Ihr Kind gerade beschäftigt, können Sie es dort ,abholen' . Es kommt nicht darauf an, worüber Sie sprechen. Wichtig ist, dass sie sprechen und Ihr Kind dabei zuhört. Wenn Ihr Kind beispielsweise an dem Reißverschluss Ihrer Jacke spielt, können Sie den Reißverschluss auf und zu ziehen und daraus ein Sprachspiel entwickeln: "Auf und zu, sieh mal zu. Rauf und runter, immer munter".

Verführen Sie das Kind zur Sprache: Der Alltag von Eltern ist oft sehr anstrengend. Es ist deshalb nicht möglich, sich in jeder Situation auf das Kind einzulassen. Oftmals stehen andere Ziele im Vordergrund, und auch die Bedürfnisse der Eltern haben ihre Berechtigung. Doch selbst wenn Sie ein angespanntes Leben führen, können Sie in Ihrem Alltag kleine Inseln einbauen, in denen die sprachförderliche Kommunikation mit Ihrem Kind im Vordergrund steht. Diese Sprachinseln können durchaus von kurzer Dauer sein. Hauptsache, Sie können sich dabei ganz aufeinander einlassen.

„Umkreisen“ Sie einzelne Wörter durch Geschichten: Ihr Kind wird vielleicht ein einzelnes Wort nachzusprechen versuchen und dabei Fehler machen: z.B. "der hat das da rein getut" statt "rein getan". Vermeiden Sie, Ihrem Kind das falsche Wort noch mal vorzusprechen ( z. B. "nein, das heißt nicht getut !" ), sondern bieten Sie ihm einfach das richtige Wort an: "Ja, der hat das da rein getan". Ihr Kind lernt nicht durch Kritik, sondern durch ein wiederholtes korrektes sprachliches Angebot.

Kritisieren Sie Ihr Kind nicht für seine Fehler 
Bieten Sie ihm lieber das richtige Wort noch mal an: Ein Kind lernt Sprache dann am Besten, wenn es viel spricht. Schaffen Sie ihm die Möglichkeit. Beobachten Sie sich, welche Fragen Sie an Ihr Kind richten. Fragen, die von dem Kind nur ein einzelnes Wort als Antwort verlangen (zum Beispiel: "Was ist das?" oder "Wie heißt das?") sind wenig hilfreich. Stellen Sie deshalb Fragen, die es zu mehr Sprechen auffordern. Das gemeinsame Betrachten von Bilderbüchern eignet sich hierfür besonders gut: "Was passiert denn hier?" Wenn das Kind etwas sagt, können Sie nachfragen, zum Beispiel: "Warum ist die Ente ins Wasser gesprungen?" oder "Wo hat sich der kleine Bär versteckt?"

Ermuntern Sie Ihr Kind zum Sprechen, fragen Sie nach: Bilderbücher sind hervorragend geeignet, um Ihrerseits Sprache anzubieten. Hier gilt dasselbe Prinzip wie für das Kind: Einzelne Wörter sind nicht genug. Bilden Sie kleine Sätze, beschreiben Sie, wie die Dinge aussehen und was passiert. Greifen Sie das auf, was das Kind sagt und fügen Sie selbst noch etwas hinzu. Wenn das Kind zum Beispiel "Auto" sagt, so können Sie es zu einem kleinen Satz erweitern "Ja genau, ein rotes Auto".

Fügen Sie selbst Sprache hinzu: Gerade dann, wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind mit der Sprachentwicklung hinterher hinkt, sollten Sie Ihr Angebot nicht einschränken. Ihr Kind braucht dasselbe wie andere Kinder, nur eben mehr davon. Auch wenn es oft nicht auf Ihre Fragen reagiert, bleiben Sie dabei, es immer wieder zu fragen. Geben Sie nicht nach, von Ihrem Kind Sprache zu verlangen.


Lassen Sie nicht locker: Ihr Kind braucht Ihre Sprachangebote!

Viel Spaß dabei!!!!!